Ausbildung
Die Grundausbildung
Das Musizieren will gelernt sein. Und für den ersten entscheidenden Abschnitt dieses Lernprozesses, die Grundausbildung, nehmen viele Familien im Einzugsbereich des OrchesterVereins die Angebote der Volkshochschule des Landkreises Fulda in Anspruch. Der Unterricht erfolgt ortsnah in der Lichtbergschule Eiterfeld und wird von qualifizierten Musikpädagogen dieser Einrichtung erteilt.
Sehr häufig beginnt eine solche Ausbildung ohne Anbindung an den OrchesterVerein. Kinder und Eltern erfahren durch die Schule von den Möglichkeiten der Instrumentalausbildung, das Kind wird sachkundig beraten und wählt schließlich sein Instrument aus. Die Kosten für Instrument und Ausbildung müssen selbst getragen werden. Ganz im Gegensatz zur früheren Praxis werden auf diesem Wege bis auf einige wenige Ausnahmen heute die Nachwuchsbläser für unseren Verein herangebildet.
Der Verein hat sich also seit der Einrichtung dieses Ausbildungsangebotes aus der Aufgabenstellung „Ausbildung“ weitgehend zurückgezogen. Warum? – Der Unterricht wird von der Volkshochschule kindgerecht an Nachmittagen erteilt, die Ausbildung wird kontinuierlich geleistet und Eltern und Kinder ermessen den Wert einer solchen Ausbildung, weil sie diese bezahlen müssen. Wir sind heute froh, dass wir als Verein nicht mehr wie früher mit Instrumenten und Unterricht in Vorleistung gehen müssen. Durch diese Entlastung können wir den gewonnenen Freiraum für die gemeinsame Übung und für vereinsinterne Weiterbildung nutzen. Kinder, die so an ein Instrument herangeführt werden, sind in aller Regel hoch motiviert in unserem Verein mitzuspielen, und sie sind solide ausgerüstet für die Erarbeitung von Literatur. Nicht selten waren früher Ausbildungslücken die Ursache für ein schwächeres Übungsergebnis. Mit dieser grundlegenden Veränderung hat unser Verein völlig neue Möglichkeiten erhalten und wir danken ausdrücklich dem Landkreis Fulda, insbesondere aber jeder Ausbilderin und jedem Ausbilder, dass sie sich um die musikalische Entwicklung von Mädchen und Jungen unserer Region bemühen.
Die Probe
Eine effektive Probe erfordert zur Vorbereitung des Zusammenspiels Übung in kleinen Gruppen. Zwei qualifizierte Registerführer und weitere Leistungsträger sorgen mit den beiden Dirigenten dafür, dass die Musiker die Vorlage beherrschen. Erst jetzt kann Gestaltungsarbeit geleistet werden.
Die räumlichen Voraussetzungen für Proben waren seit den 70er Jahren nie gut, wurden auch durch den Neubau des Bürgerhauses Eiterfeld nicht besser. Nachdem zwischenzeitlich in der Pausenhalle der Lichtbergschule geprobt wurde, sind nun die räumlichen Voraussetzungen mit der Renovierung des alten Amtsgerichtes allerdings erheblich verbessert worden. Denn hier wurde ein gemeinschaftlich genutzter Saal mit Akkustikputz sowie geeignete Arbeitsräume für unser Orchester geschaffen.
Es sind nicht nur die räumlichen und sächlichen Voraussetzungen, die den Probenerfolg herbeiführen, vielmehr ist es die ständige Bereitschaft zur regelmäßigen Übung, zu Hause und in der Probe.
Wir haben es bisher - wenn auch manchmal unter erheblicher Mühe - immer wieder geschafft, neben vielen Musikvorträgen an Abenden und Sonntagen, die Probenarbeit sorgfältig zu leisten. In letzter Zeit können wir sogar eine verstärkte Bereitschaft zur regelmäßigen Probe feststellen. Sehr viele Aktive investieren wöchentlich ca. 3-4 Stunden ihrer Freizeit für die Aufgaben im Verein. Ungleich viel mehr Zeit bringen die Mitarbeiter des OVE-Leitungsteams ein. Die Freude am Ergebnis und das kameradschaftliche Miteinander ermöglichen diesen großen Erfolg.
Vereinsinterne Weiterbildung
Die Akteure unseres Vereins legen bekanntlich vor der Darbietung eines Musikstückes ein Notenblatt auf und spielen den Titel nach den Vorgaben des Arrangeurs ab. Außenstehende sehen, oberflächlich betrachtet, darin ein Abspielen von Noten und folgern daraus: Das hat ja wohl jeder in seiner Grundausbildung gelernt.
Für uns allerdings beginnt die entscheidende Arbeit in der Probe erst, wenn jeder seine Noten spielen kann. Jetzt erst kann die Gestaltungsarbeit geleistet werden. Für diese Gestaltungsarbeit bringt jeder Einzelne von uns je nach Tagesform unterschiedliche Voraussetzungen mit. Die Erarbeitung eines Titels erreicht ihr bestes Ergebnis, wenn einerseits die Musiker die erforderliche Gewandtheit auf ihrem Instrument besitzen, andererseits aber auch noch den Gedankengang des Übungsleiters bestmöglich in Musik umsetzen können.
Und hier setzt die vereinsinterne Weiterbildung an. Wir legen großen Wert darauf, dass möglichst viele Musiker unseres Vereins an Übungen und Unterricht zur Erlangung von Jugendleistungsabzeichen teilnehmen. Ein solches Leistungsabzeichen wird nach bestandener praktischer und theoretischer Prüfung verliehen. Was erreichen wir mit dieser Initiative? – Jeder Teilnehmer eines solchen Vorbereitungskurses vervollständigt sein bisheriges theoretisches Wissen. Die Prüfungsaufgaben sind so konzipiert, dass der erfolgreiche Teilnehmer alle Voraussetzungen für eine effektive Zusammenarbeit mit dem Dirigenten erwirbt.
Und hier sind nun in erster Linie unsere Dirigenten gefordert. Sie vermitteln in ca. 20 Unterrichtseinheiten von je 45 Minuten Dauer die erforderlichen theoretischen Kenntnisse und geben begleitende Ratschläge bei der Erarbeitung der Prüfungsliteratur. In unserem Orchester wird diese vereinsinterne Weiterbildung seit vielen Jahren mit großem, Erfolg geleistet.
Im Mai 1998 haben immerhin 15 Mädchen und Jungen Prüfungen auf drei verschiedenen Leistungsniveaus abgelegt:
Sechsmal D1 (Bronze), sechsmal D2 (Silber) und dreimal D3 (Gold). Eine weitere Initiative wird zur Zeit geplant.
Thilo Kister, Thomas Kohlmann und Frank Herr haben an einem Stimm- und Registerführerlehrgang teilgenommen. Ihre besondere Aufgabe ist es selbstständig Registerproben durchzuführen.
Darüber hinaus hat Heiko Waterkamp im Jahr 2003 an einem Dirigentenlehrgang mit gutem Erfolg teilgenommen und löste im Jahr 2007 unseren langjährigen Dirigenten Ludwig Hohmann als 1. Dirigent ab. Ludwig Hohmann wollte nach über 30 jähriger Dirigentenarbeit etwas kürzer treten und hat seitdem das Amt des 2. Dirigenten inne.
Abschließend können wir feststellen, dass sich das hohe Ausbildungsniveau vieler Aktiver auch motivierend auf andere Mitarbeiter auswirkt. Wir verzeichnen heute eine wesentlich geringere Fluktuation als in früheren Jahren. Eine wesentliche Ursache dafür liegt in eben dieser überaus erfolgreichen Aus- und Weiterbildung.


